Social cutoff
Soziale Netzwerke sind asozial!
Sie sind das wahre Übel, sind das wahre Hindernis, die wahre Manipulation und Zerstörung unserer eigentlich sozialen Interaktionen unseres sozialen Miteinander. Sie zerstören Freundschaften, Beziehungen und ganze Familien. Diese zerfallen wie Sandburgen aus trockenem Sand im Wind und alle Menschen fragen sich: Was ist nur mit unseren Kindern die heute zwischen 17 und 25 Jahre alt sind passiert? Warum wenden sich diese von Ihren Eltern ab und befinden sich mit denen im Dauerclinche?
Soziale Netzwerke haben aus unserem eigentlich sehr sozialen Miteinander ein asoziales Gegeneinander erschaffen. Anstatt miteinander zu sprechen, sprechen wir über andere, um sie und alle anderen bloßzustellen und zu beurteilen. Wir schauen nur noch auf andere, was sie über das Netzwerk teilen. Das letzte Foto von deren Katze, die neue Beule am Auto, die neuen Blumen auf dem Tisch, die Glückwünsche an unbekannte Freunde, das neueste Smoothie-Rezept mit Chlorella-Alge, das misslungene iPhone-Update, der flüssige Stuhlgang, der neue Freund, das neue Auto und die neue Erkrankung.
Kinder und Jugendliche der Generation Z, wissen teilweise nicht, was es bedeutet sich zu verabreden, ohne sich hierfür eine WhatsApp-Nachricht zu schreiben. Das geht?

Schwachsinn: Digital Detox
Bitte lasst mich klarstellen, dass, obwohl Digital Detox in aller Munde ist und eine gut gemeinte, nette Lösung für etwas Abstand vom Social-Media Trubel ist, nicht das wahre Problem löst. Jedoch zur Heilung vom Social-Media-Stress vollkommen ungeeignet ist. Warum ist das so?
Stell dir vor, mit Social Media wurde nicht nur eine neue Art der Kommunikation zwischen dir und deinen sozialen Kontakten erschaffen, es wurde ein soziales Update in unsere „Köpfe“ eingespielt, in unseren Körper gespeichert.
Stell dir vor du befindest dich in einer Alkohol-Entzugs-Therapie (äquivalent zum Digital Detox). Das Therapieprogramm sieht eine Absenkung des Alkoholkonsums auf etwa 50% vor. Also anstatt jeden Abend eine ganze Flasche Wodka zu trinken, empfehlen „Experten“ in dieser besonderen Situation, dieses Verlangen etwas zu besänftigen, damit der Körper noch weiß, wie sich weniger Alkohol im Körper anfühlt. Außerdem ist es auch mal ganz gut den sonst üblichen Alkoholdruck etwas zu senken. Nach der leichten Entgiftung kann man ja wieder voll ins Geschäft zurückkehren. Wieder volle Pulle Wodka saufen.
Eine Sucht ist und bleibt eine Sucht, Punkt!
Die Sucht nach sozialen Informationen ist asozial und für uns Menschen gefährlich, da wir uns als Menschen nicht annähern, sondern voneinander entfernen. Ein Alkoholiker auf Entzug, wird niemals einfach nur die Alkoholmenge reduzieren. Er kehrt zum Ursprung zurück, schafft einen positiven Lebenswandel, ernährt sich wieder gesund, treibt wieder mehr Sport und geht auch wieder regelmäßiger ins Gym.
Übertragen auf das Digital Detox, bedeutet das, wir uns am besten vollständig von sozialen Netzwerken abkehren sollten und uns in einen lebenswerteren Modus versetzen, um unsere Welt und um unsere echten sozialen Interaktionen wieder wahrnehmen und besser erleben zu können.
Die Lösung heißt Social Cutoff
Einfach nur etwas reduzieren, impliziert nur Angst vor Kontroll-Verlust. Der Weg aus den sozialen Netzwerken funktioniert konsequent genau wie der Weg hinein:
- Anstatt immer mehr Freunden zu folgen (zu stalken), entfolgen wir diesen (allen) und verabreden uns mit denen, wo es funktioniert, in der für uns realen Welt.
- Sind alle Kontakte „transformiert“ in physische Verabredungen, heißt es adieu Soziales Netzwerk, vielen Dank für die wunderbare Zeitverschwendung, ich melde mich von dir ab und schließe meinen Account.
- Zum Abschluss kommt die App zum Abschuss. Lösche diese Social Network-App. Am besten, du löschst auch weitere Apps, dann weichst du auch die wohligen Erinnerungen an dieses soziale Netzwerk nachhaltiger auf..
Auf diese Weise fällt man wohl deutlich schwerer zurück. Die meisten Alkoholiker wissen, dass der Alkohol ihnen schaden könnte. Sie selbst nehmen es gar nicht so wahr, dass sie mehr Alkohol trinken als allgemein üblich. Den gleichen Effekt haben Social-Media-Nutzer, die ein Digital-Detox durchführten. Es kann ja jetzt weitergehen, nur leicht verändert, endlich wieder 100 % Online. Schnell noch die Bilder von der Entziehungskur posten und kommentiert mit: „Was für eine schöne Kur“!
